„Wir sind an Gren­zen ge­sto­ßen“

„Wir sind an Gren­zen ge­sto­ßen“

RU­DERN Die Main­ze­rin Lea-Kat­len Küh­ne fährt nicht mehr mit Mei­ke Dütsch im Zwei­er und auch nicht zur Hü­gel­re­gat­ta nach Es­sen

Von Vol­ker Buch

MAINZ. Ei­gent­lich wa­ren Mei­ke Dütsch (Ulm) und Lea-Kat­len Küh­ne vom Main­zer Ru­der-Ver­ein (MRV) für die in­ter­na­tio­na­le Hü­gel­re­gat­ta an die­sem Wo­che­nen­de in Es­sen ge­mel­det. Ei­gent­lich, denn star­ten wird das Duo im Zwei­er oh­ne auf dem Bal­de­ney­see nicht. Die Kom­bi­na­ti­on, die drei Jah­re zu­sam­men ge­fah­ren war, ist aus­ein­an­der­ge­gan­gen. „Wir ha­ben den Schwung nicht wie­der­ge­fun­den, den wir bei der Lang­stre­cke in Leip­zig hat­ten“, be­grün­det Küh­ne: „Wir sind an Gren­zen ge­sto­ßen.“

Schuld­zu­wei­sun­gen gibt es we­der von der 25-Jäh­ri­gen („Wir ha­ben bei­de un­se­re Stär­ken und Schwä­chen“) noch vom Main­zer Stütz­punkt­trai­ner Marc Krö­mer, der sich vor die­ser Ent­schei­dung lan­ge mit Dütschs Heim­trai­ner in Ulm aus­ge­tauscht hat­te. „Wir wa­ren an ei­nen Punkt ge­kom­men, wo wir han­deln muss­ten“, sagt Krö­mer: „Wir ha­ben nicht den Zug ent­wi­ckelt, um in­ter­na­tio­nal ganz vorn da­bei sein zu kön­nen.“ Und in die­ser Mo­ment­auf­nah­me müs­se man schau­en, was das Be­ste für die Athle­tin­nen ist. „Mei­ke kann im U 23-Be­reich ei­ne füh­ren­de Rol­le ein­neh­men“, ist sich Krö­mer si­cher, wäh­rend sich Küh­ne für die A-Na­tio­nal­mann­schaft an­bie­ten möch­te. „Wir müs­sen jetzt erst­mal schau­en, dass je­de in ih­rem Be­reich un­ter­kommt“, so Marc Krö­mer.

Op­ti­mis­ti­scher Blick in die Zu­kunft

Dass das Boot ge­sprengt ist, hat Küh­nes Mo­ti­va­ti­on al­ler­dings kei­nen Ab­bruch ge­tan. Ihr wird die Mög­lich­keit er­öff­net, ei­nen Leis­tungs­test im Ei­ner zu ab­sol­vie­ren, um sich für das Na­tio­nal­te­am zu be­wer­ben. Al­le Ver­ant­wort­li­chen ha­ben ein­ge­se­hen, dass es für die Main­ze­rin un­mög­lich ist, sich in den we­ni­gen Ta­gen nach der Auf­lö­sung des Zwei­ers für das Ei­ner-Ren­nen in Es­sen vor­zu­be­rei­ten. Den­noch blickt Lea-Kat­len Küh­ne op­ti­mis­tisch in die Zu­kunft: „Ich weiß, was ich kann und was ich an­bie­ten möch­te.“

Er­freu­lich da­ge­gen aus Sicht des MRV, dass Lui­sa Wer­ner im leich­ten U 23-Ei­ner ihr er­stes Ren­nen in die­ser Sai­son be­strei­ten kann. Nach ei­nem Seh­nen­ein­riss in der Schul­ter, den sie sich beim Ski­fah­ren zu­ge­zo­gen hat­te, geht es nun wie­der un­ter Wett­kampf­be­din­gun­gen aufs Was­ser. Folg­lich ist Es­sen ei­ne Art Auf­bau­re­gat­ta. Eben­falls gänz­lich oh­ne Druck ge­hen Paul Hotz und Jan­nis Sei­den­fa­den im leich­ten U 23-Zwei­er oh­ne an den Start. „Ich er­war­te kei­ne Wun­der­din­ge, nur ei­ne so­li­de Leis­tung“, legt Marc Krö­mer die Mess­lat­te nicht all­zu hoch.

Ein biss­chen mehr un­ter Druck steht Phi­lipp Greb­ner, der eben­falls lan­ge ver­letzt war, aber „auf ei­nem sehr gu­ten Weg ist“, wie Lan­des­trai­ner Ro­bert Sens fin­det: „Da wol­len wir was se­hen.“ Der 21-Jäh­ri­ge star­tet im Ei­ner und ge­mein­sam mit dem Main­zer Trai­nings­kol­le­gen Eli­as Dreis­mi­cken­be­cker im leich­ten Dop­pel­zwei­er.

Mo­ritz Moos hin­ge­gen sitzt im Vie­rer oh­ne, der sich auf die EM in Tsche­chien vor­be­rei­tet. Mit im Boot sind der Frank­fur­ter Sven Keß­ler, Pa­trick Stö­cker (Sieg­burg) und der Mar­bur­ger Lu­cas Schä­fer. Kom­plet­tiert wird das Main­zer Auf­ge­bot von Ju­li­an Schnei­der, der im Ei­ner und im Dop­pel­zwei­er star­tet.

AZ, 13.5.2017