Jahr eins nach der Trennung

RUDERN Saison beginnt für nationale Elite mit Frühjahrslangstrecke in Leipzig

MAINZ – Wenn bei den Ruderern die Frühjahrslangstrecke ansteht, dann ist die Zeit der Vorbereitung endgültig vorbei. Die nationale Elite stellt sich dem ersten bedeutsamen Wettkampf der Saison. Der ist zwar nicht ganz so wichtig wie die deutschen Kleinbootmeisterschaften vom 21. bis 23 April in Krefeld – dort geht es um die Plätze in der Nationalmannschaft –, stellt aber ganz klar einen ersten Fingerzeig in Sachen Leistungsfähigkeit der Athleten dar.

Auf 2000 Meter Ergo folgen 6000 Meter auf dem Wasser

Und so treffen sich die deutschen Ruderasse am Samstag und Sonntag in Leipzig, um sich zunächst über 2000 Meter auf dem Ergo und dann über 6000 Meter auf dem Wasser in Position zu bringen. Natürlich hat auch der Mainzer RV (MRV) bis auf den lange verletzten Philipp Grebner seine Asse am Start. Darunter auch Moritz Moos, der sich in diesem Jahr mal als Riemer im Leichtgewichts-Zweier ohne probiert. „Interessehalber. Ich möchte mal schauen, was im nacholympischen Jahr so geht“, sagt der Polizeibeamte. Landestrainer Robert Sens hat ihm mit dem Hannoveraner Julius Peschel auch den Crewkollegen ausgesucht. „Warum weiß ich eigentlich gar nicht“, schmunzelt Moos, der sich vor dem Wettkampf zurückhaltend gibt, weil „ich weiß, dass mir die 6000 Meter nicht so liegen“. Und zwar so schlecht, dass er im vergangenen Jahr im Einer Zweiter wurde: „Ich weiß bis heute nicht, warum das geklappt hat.“

Zuvor muss Moos, der seinen Motorradunfall inzwischen so gut wie überwunden hat, allerdings auf den von ihm nicht besonders geschätzen Ergo. Die vom DRV geforderten 6:18 Minuten hat der 23-Jährige schon 2016 locker unterboten.

Sein langjähriger Partner im leichten Doppelzweier, Jason Osborne, versucht sich in Leipzig im schweren Einer. Im Training auf dem heimischen „Acker“ war der 23-Jährige zuletzt gut drauf und vor allem schnell. „Ich kann zufrieden sein“, sagt Osborne, der eigentlich auf dem Ergometer eine Wucht ist, den Fokus bei der Frühjahrslangstrecke diesmal aber aufs Wasser legt. Möglich ist auch, dass Jason Osborne nach Leipzig in den leichten Einer wechselt und darin die Saison bestreitet.

Klubkollegin Lea-Katlen Kühne geht wie gewohnt im Zweier ohne ins Rennen. Und auch in diesem Jahr sitzt Meike Dütsch (Ulm) mit im Boot. „Wir haben im Trainingslager gut gearbeitet, sind motiviert und zuversichtlich“, sagt die 25-Jährige, für die die geforderten 7:00 Minuten auf dem Ergo kein Problem darstellen sollten. Was dann auf dem Wasser folgt, kann Kühne nur schwierig einschätzen, sagt aber dennoch: „Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir gewinnen.“

Zudem ist der MRV in Leipzig mit Paul Hotz und Janis Seidenfaden im Zweier ohne vertreten. Aus der Mainzer Trainingsgruppe gehen Elias Dreismickenbecker im leichten und Julia Hoffmann (beide Speyer) im schweren Einer an den Start.

Quelle: Jahr eins nach der Trennung (Allgemeine Zeitung, 31.03.2017)