Konzeption Rennrudern

Grundsätze und Ziele

Der Mainzer Ruder-Verein will seine Athleten zu erfolgreichen und selbständigen Leistungssportlern ausbilden. Sie sollen auf hohem technischem Niveau agieren und mit physischer und mentaler Stärke sowie sozialer Kompetenz ausgestattet sein. Grundlage allen Handelns ist das sportliche Fair Play. Es gelten ethische Grundprinzipien, die zu fairem Verhalten führen. Sie sind integraler Bestandteil des gesamten sportlichen Geschehens, der Vereinspolitik und des Vereinsmanagements und für alle Leistungsklassen verbindlich.

Leistungssportler des Mainzer Ruder-Vereins trainieren mit dem Ziel, bei nationalen und internationalen Meisterschaften Medaillen zu gewinnen. Die Athleten werden mit individueller Unterstützung und Trainingsplanung nach modernstem wissenschaftlichem Stand gefördert. Regelmäßiges Training belohnt den Athleten mit Ausdauer, Kraft, Koordinationsfähigkeit und Disziplin. Wir streben nach individueller Höchstleitung.

Wir nehmen im Sinne von Ruderwettbewerben an Regatten teil. Dies können ausgeschriebene DRV-Regatten und internationale Wettkämpfe sein. Regionale Regatten betrachten wir als Aufbauregatten für Jugend- und Leistungsruderer. Zur Meldung für internationale Regatten und Meisterschaften sollte eine Endlaufchance bestehen. Die Einschätzung der Leistungsfähigkeit obliegt unseren Trainern und Übungsleitern. Regatten sind für den MRV die wichtigsten Repräsentationsveranstaltungen.

 

Organisation

Die Organisation und die Koordination der gesamten Kapazitäten des Leistungssports (Trainer, Boote, Raumnutzung, Trainingszeiten, Trainingspläne, Trainingsmethodik etc.) ist Aufgabe des leitenden Vereinstrainers (Cheftrainer), in Absprache mit dem für den Leistungssport verantwortlichen Vorstand. Die übrigen Vereinstrainer und Übungsleiter sind dem Cheftrainer zugeordnet. Leitende Trainer im Mainzer Ruder-Verein sind im Besitz einer gültigen DRV-Trainer A-Lizenz, die übrigen Trainer einer B- und Übungsleiter einer C-Lizenz.

Der Mainzer Ruder-Verein ist Träger des Landesleistungszentrums Rudern und Teil des Bundesnachwuchsstützpunkts Frankfurt/Mainz.

Der MRV arbeitet konstruktiv mit anderen Rudervereinen, insbesondere aus der Rhein-Main und Rhein-Nahe Region, zusammen, um gemeinsame Potenziale auszuschöpfen. Basis der Zusammenarbeit sind auch hier sportliches Fair Play und gegenseitiger Respekt.

 

Anfänger

Kinder und Jugendliche (in der Regel ab 13 Jahren), die noch nicht rudern können, nehmen an einer etwa zweimal jährlich vom MRV angebotenen Sichtung teil, in der die grundsätzliche Eignung für den Rudersport getestet wird. Die talentiertesten Kinder und Jugendlichen werden danach eingeladen, an einem kostenpflichtigen Intensiv-Ruderlehrgang teilnehmen. Im Anschluss daran entscheiden die Trainer, wer für das leistungssportorientierte Wettkampfrudern im MRV geeignet ist und wer nicht.

 

Training

Der MRV ist in einem anspruchsvollen Ruderrevier aktiv: Der Rhein ist eine europäische Wasserstraße, mit regem Schiffsverkehr und besonderen Strömungsverhältnissen. Deshalb müssen alle Sportler den Umgang mit Material, Umwelt und Gefahren beherrschen. Sie werden im MRV intensiv dafür ausgebildet. Voraussetzung für (auch eigenständiges) Training ist neben der Schwimmfähigkeit eine bestandene Ruderprüfung in Theorie und Praxis, die die Athletinnen und Athleten im Anschluss an die Grundausbildung Rudern ablegen. Um an Wettkämpfen teilnehmen zu können, müssen sie die (Trainer- und) Athletenerklärung unterschreiben.

Training und Ausbildung der Sportler geschieht abgestimmt auf die Rahmentrainingspläne der verantwortlichen Bundes- und Landestrainer sowie auf die Empfehlungen des Deutschen Ruderverbandes für Trainings- und Techniklehre. Der MRV unterstützt die aufeinander zugeschnittenen Leistungssport-Konzeptionen des LRV Rheinland-Pfalz und des Deutschen Ruderverbandes.

Das Training im MRV besteht aus Rudern, aus ausdauerspezifischen alternativen Bewegungen wie Radfahren, Laufen, Schwimmen, Rudern auf dem Ergometer und aus Krafttraining. Regelmäßige Ergometertests informieren den Athleten über seinen Leistungsstand und damit den Erfolg des absolvierten Trainings und dienen innerhalb der Trainingsgruppe als Vergleich. Der MRV bietet seinen Sportlern die Möglichkeit, an Trainingslagern teilzunehmen. In Skilanglauflagern steht das Verbessern der Grundlagenausdauer auf dem Programm. Ziel der Wasserlager ist es, die individuelle Rudertechnik unter optimalen Bedingungen zu verbessern und die Entwicklung der Athleten durch Belastungsspitzen voranzutreiben.

 

Trainingsgruppen / Altersklassen

Der MRV will seinen Athleten die bestmögliche Betreuung angedeihen lassen. Die Schwerpunkte der Betreuung sind altersspezifisch unterschiedlich. Bei 13- bis 16-Jährigen (Junioren C und B) stehen neben den Grundlagen des Ruderns im Vordergrund: das Schaffen physischer Grundlagen, der Sicherheitsaspekt und das Heranführen an den Wettkampfsport (nach Möglichkeit mit Teilnahme an deutschen Jahrgangsmeisterschaften), die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, die soziale Kompetenz und der Spaß an der Gemeinschaft. Für A-Junioren (17/18 Jahre) geht es zusätzlich schon um das Etablieren im Wettkampfsport und die erfolgreiche Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften. B-Senioren (U23) und Männer/Frauen der offenen Altersklassen wollen wir gezielt bis auf internationales Spitzenniveau entwickeln.

Die erforderliche Betreuungsintensität und begrenzte Kapazitäten machen es notwendig, die Trainingsgruppen in ihrer Größe zu beschränken. Pro Jahrgang der 13- bis 16-jährigen können maximal 10, in Summe dieser Gruppe maximal 40 Jugendliche betreut werden. Wir verzichten in dieser Altersklasse auf eine Vorgabe des Trainingsmindestumfangs, weil wir um die heterogene Entwicklung und die individuellen Einflussfaktoren eines jeden Jugendlichen wissen. Der verantwortliche Junioren-B/C-Trainer koordiniert Training und Betreuung dieser Ruderer, fördert besonders leistungsfähige und leistungswillige Athleten, ohne deren Gesamtentwicklung aus den Augen zu verlieren, und behält sich vor, in Einzelfällen auch Trainingspausen oder sogar die Beendigung des Leistungssports nahezulegen oder zu verfügen.

Von den Sportlern ab 17 Jahren (A-Junioren) erwarten wir eine bewusste Entscheidung zu intensivem leistungssportlichem Engagement. Um national wettbewerbsfähig zu sein, bedarf es eines spezifischen Trainingseinsatzes von durchschnittlich mindestens sechs Trainingstagen pro Woche. 17- und 18-Jährige, die dies nicht regelmäßig einsetzen wollen, werden nicht in der Leistungssportgruppe betreut und gefördert. Ihnen steht es frei, in das allgemeine Rudersportprogramm des MRV zu wechseln, das Sport, Gemeinschaft und auch die Teilnahme an selbst organisierten Wettkämpfen ermöglicht. Die gleichen Ansprüche an leistungssportliches Engagement gelten für die Seniorenmannschaften B und A, wobei deren erforderlicher Trainingsumfang entsprechend größer ist. Generell entscheiden unsere Trainer anhand sportfachlicher und sozialer Kriterien, ob ein Athlet intensiv betreut und gefördert wird oder ob dies mit Rücksicht auf die gesamte Trainingsgruppe nicht sinnvoll ist.

 

Trainingsverpflichtung

Die Trainingsverpflichtung ist eine gute Tradition des Mainzer Ruder-Vereins. Sie bietet Ruderern die Chance, sich vollumfänglich mit dem Verein und dem Leistungssport zu identifizieren und dies im Verein zu dokumentieren. Das Ritual findet regelmäßig zum Anrudern am 1. Mai für die folgende Saison statt. Wir erwarten von allen Athleten ab der Junior A-Klasse, dass sie daran teilnehmen.

 

Sponsoring

Der MRV tritt hinter Vermarktungsansprüchen der Deutschen Rudernationalmannschaft zurück, behält sich aber alle übrigen Vermarktungsrechte seiner Athleten ausdrücklich vor. Der MRV unterstützt die Vermarktung seiner Athleten. Die Ruderer des MRVs erklären sich im Rahmen von Sponsoringvereinbarungen des MRVs mit der Veröffentlichung von Fotos nach dem Kunsturhebergesetz einverstanden. Individualsponsorenverträge müssen vom MRV genehmigt werden.

Das Sportkonzept des MRVs dient der Realisierung des satzungsgemäßen Vereinszwecks, der als planmäßige und der Allgemeinheit dienenden Förderung und Ausübung des Rudersports sowie als Pflege der Jugend beschrieben ist.