Mission erfüllt

Von Tommy Rhein

RUDERN Mainzer Sportler kehren ohne Medaille, aber dennoch reichlich zufrieden von der Weltmeisterschaft zurück

SARASOTA – Eine durchaus gelungene Zeit haben die Sportler und Verantwortlichen des Mainzer Ruder-Vereins in Sarasota durchlaufen. Bei den Weltmeisterschaften zogen mit Lea-Kathleen Kühne und Jason Osborne beide Starter des MRV ins A-Finale ein und erfüllten somit die Erwartungen. Zudem wussten sich beide Boote im Verlauf des Turniers zu steigern. Dass für beide am Ende der sechste und letzte Platz in den Finalrennen zu Buche stand, war dabei schon fast nebensächlich.

„Wir sind natürlich sehr zufrieden und die Jungs werden erhobenen Hauptes zurückkehren“, sagt Robert Sens, der als Trainer den leichten Doppelzweier von Osborne und Lucas Schäfer (Steinmühle Marburg) betreute. „Am Ende waren wir lediglich sechs Sekunden hinter dem Weltmeister, das war das beste Ergebnis der letzten Jahre“, ergänzt er. Zudem finde sich das Duo stetig besser zurecht. „Man muss bedenken, dass Lucas Schäfer eigentlich vom Riemenrudern kommt“, erklärt Sens, „außerdem ist das Teilnehmerfeld durch den Wegfall des leichten Vierers ohne als olympische Bootsklasse erheblich angestiegen.“

Auch Lea-Kathleen Kühne hatte es mit einer starken Konkurrenz zu tun. Im Zweier ohne Steuermann – gemeinsam mit Melanie Hansen (Celler RV) – durfte sie schon im Vorlauf spüren, wie groß die Lücke zur absoluten Weltspitze derzeit ist. Die späteren Weltmeister aus Neuseeland nahmen dem deutschen Boot da bereits 23 Sekunden ab.

Kühne und Hansen kämpften sich aber in den Wettbewerb, zeigten sich im Hoffnungslauf stark verbessert und zogen ins Finale ein. „Das war großartig und damit hat vor der WM keiner gerechnet“, sagt Martin Steffes-Mies. Der Vorsitzende des MRV hätte eher eine gute Platzierung im B-Finale für möglich gehalten. Entsprechend leicht lässt sich das Finale abhaken, in dem Kühne/Hansen sogar satte 30 Sekunden hinter Neuseeland und 15 Sekunden hinter Rang fünf als Sechste einfuhren. „Keine Ahnung, was da los war, aber unterm Strich steht eine gute Platzierung und einige Kontrahenten haben das deutsche Boot sicher um den Platz im Finale beneidet“, sagt Steffes-Mies.

Ein positives Fazit bleibt also nach den Tagen in Florida. Für die Athleten und Verantwortlichen gab es neben den eigenen Rennen dabei noch mehr zu entdecken. „Wir haben ultraspannende Wettbewerbe gesehen, neue Trends und teilweise faszinierende Frequenzen bei den Ruderern“, sagt Sens. Für ihn und sein Team stand nach dem letzten Wettkampftag am Sonntagabend noch ein gemütliches Bierchen auf dem Programm, ehe am Dienstag die Rückreise nach Deutschland ansteht.

Der MRV wird seine WM-Starter dann am 4. November im Rahmen des Abruderns und der Vereinsregatta am Bootshaus nochmal gebührend empfangen. Stolz ist man dort allerdings bereits jetzt.

Mission erfüllt (Allgemeine Zeitung, 02.10.2017)