Premiere geglückt

Von Tommy Rhein

RUDERN MRV-Talente Cora Loch und Annika Steinle gewinnen Gold und Silber beim Baltic Cup

BREST – Das konnten sie nicht auf sich sitzen lassen. Über die 2000-Meter-Distanz hatte der deutsche U 17-Doppelvierer mit den Mainzer Ruder-Talenten Cora Loch und Annika Steinle sowohl im Vorlauf, als auch im Finale das Nachsehen gegenüber dem dänischen Boot. Am Sonntag drehten die Juniorinnen den Spieß jedoch um und sicherten sich über 500 Meter die Goldmedaille beim Baltic Cup im weißrussischen Brest – diesmal blieb den Däninnen die Silbermedaille, Bronze ging an die Gastgeber.

Der Baltic Cup gilt als bedeutendster internationaler Vergleich dieser Altersgruppe. Entsprechend hoch sind die zwei Medaillen zu bewerten. Außerdem war es für Loch und Steinle, die zuvor im Doppelzweier in diesem Jahr ungeschlagen waren, die Premiere in der größeren Bootsklasse. „Die Vier fanden von Rennen zu Rennen besser zueinander und haben sich schließlich für ihren Einsatz belohnen können“, zieht Trainer Andreas Beer ein positives Fazit.

Bereits am ersten Wettkampftag sah es zunächst so aus, als wäre das neu zusammengestellte deutsche Boot direkt auf Goldkurs. Bis zur Hälfte der 2000-Meter-Strecke lagen Cora Loch, Annika Steinle und ihre Teamkolleginnen Svea Picher (RV Schleswig-Holstein) und Jasmin Brieger (Hürther RG) vorne – erst dann mussten sie dem Angriff der Däninnen nachgeben. „Die Mädels haben sich natürlich aber auch über Silber gefreut, waren aber entsprechend heiß auf das Sprintrennen am Sonntag“, sagt Beer.

So kamen sie dann am zweiten Tag erneut gut aus den Startblöcken und ließen sich über die kürzere Distanz nicht mehr einholen. „In beiden Rennen haben sie sich vom Start weg durch saubere Rudertechnik an die Spitze gesetzt und den Vorsprung auf die Verfolger stetig ausgebaut“, sagt Beer, „auch wenn die Däninnen am Ende nochmals angriffen, konterte unser Boot erfolgreich und brachte den Sieg mit einer halben Bootslänge Vorsprung ins Ziel.“

Aus deutscher Sicht war außerdem erfreulich, dass der DRV in der Nationenwertung den Gesamtsieg, vor Dänemark, einfahren konnte. Auch dank Cora Loch und Annika Steinle, die auch im Doppelvierer kaum zu bremsen waren.

Premiere geglückt (Allgemeine Zeitung, 11.10.2017)