Ru­de­rer stei­gen aufs Rad

Ru­de­rer stei­gen aufs Rad

MAIN­ZER RV Athle­ten grün­den ein Te­am und wol­len Ren­nen fah­ren / Star­ke Af­fi­ni­tät

Von Vol­ker Buch

MAINZ. Ru­de­rer müs­sen bei Wind und Wet­ter aufs Was­ser, Ra­drenn­fah­rer bei Wind und Wet­ter auf die Stra­ße. Und bei Er­ste­ren ge­hört das Rad­fah­ren als wich­ti­ger Be­stand­teil zum Trai­ning. Al­so dach­ten sich ein paar Main­zer Ru­de­rer, fah­ren wir doch auch mal Ra­dren­nen. Und so ho­ben sie das „Pro Cyc­ling – Ro­wing in Mainz“-Rad­te­am aus der Tau­fe. Beim Klas­si­ker „Rund um den Fi­nanz­platz Esch­born-Frank­furt“ am 1. Mai be­stand die Mann­schaft ih­re Feu­er­tau­fe. Zu­nächst ein­mal in Ge­stalt von Christ­oph Thiem, der als Leicht­ge­wichts-Ru­de­rer sehr er­folg­reich un­ter­wegs war. Der 31-Jäh­ri­ge kam über die 125 Ki­lo­me­ter in der all­ge­mei­nen Klas­se auf den be­acht­li­chen 20. Rang.

Aus­ge­gan­gen war die Idee ei­ner Te­am­grün­dung von den Athle­ten selbst. „In den Trai­nings­la­gern wa­ren schon im­mer Renn­rä­der da­bei“, schil­dert Thiem: „Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­ben wir das for­ciert, weil wir fest­ge­stellt ha­ben, dass wir auf dem Rad ei­gent­lich gar nicht so lang­sam sind.“ Was auch nicht be­son­ders ver­wun­dert, sind doch die Bei­ne für Ru­de­rer wie für Rad­fah­rer von ele­men­ta­rer Be­deu­tung. „Da ist die Af­fi­ni­tät groß“, un­ter­streicht Thiem: „Al­so ha­ben wir uns ge­dacht, pro­bie­ren wir das mal und grün­den ein Te­am.“ Ru­der-Lan­des­trai­ner Ro­bert Sens ist von der Idee be­geis­tert. „Das ist ei­ne irr­sin­ni­ge Auf­lo­cke­rung der Sai­son­pla­nung“, för­dert der 39-Jäh­ri­ge die Rad-Be­geis­te­rung sei­ner Schütz­lin­ge, der die Grün­dung des Te­ams als „Win-win-Si­tua­ti­on“ be­zeich­net. „Die Ru­de­rer kom­men aus ih­rem Trott. Und das aus pu­rer Ei­gen­mo­ti­va­ti­on. Bes­ser könn­te ich die gar nicht mo­ti­vie­ren.“ Durch das Rad­fah­ren ver­spricht sich Sens auch auf dem Was­ser ei­ne Leis­tungs­stei­ge­rung. „Wir müs­sen nur ab­stim­men, wie wir das in den Wett­kampf­plan ein­bin­den.“

Das ist na­tür­lich auch für Christ­oph Thiem, der die Sai­son­pla­nung für das Te­am über­neh­men wird, selbst­ver­ständ­lich. „Das Ru­dern steht im Vor­der­grund“, be­tont der Vor­sit­zen­de des Ru­der­ver­ban­des Rhein­hes­sen: „Die Pla­nung hängt vom Ru­der-Ka­len­der ab.“

Os­bor­ne bril­liert auch als Pe­da­leur

Vor al­lem des­halb, weil dem neu­en Rad­te­am ei­ni­ge As­se des MRV und der Main­zer Trai­nings­grup­pe an­ge­hö­ren. So schwin­gen sich Phil­lip Greb­ner, Lui­sa Wer­ner, Ju­li­an Schnei­der, Paul Hotz, Jan­nis Sei­den­fa­den so­wie Eli­as Dreis­mi­cken­be­cker lie­bend gern aufs Fahr­rad. Und auch Ja­son Os­bor­ne, ei­nes der Aus­hän­ge­schil­der des MRV. Der 23-Jäh­ri­ge ist ak­tu­ell wohl der phy­sisch stärk­ste Leicht­ge­wichts-Skul­ler Deutsch­lands. Schon auf dem Er­go­me­ter ei­ne Wucht, bril­liert Os­bor­ne, der sich ge­ra­de in der na­tio­na­len Se­lek­ti­on zum leich­ten Dop­pel­zwei­er be­fin­det, auch als Pe­da­leur. „Wenn Ja­son es da­rauf an­legt, lässt der mich ste­hen, als wenn ich auf ei­nem Hol­land­rad mit vol­lem Ge­päck­trä­ger sit­ze“, rühmt Christ­oph Thiem schmun­zelnd die Leis­tungs­fä­hig­keit Os­bor­nes auch auf dem Rad. Sehr wahr­schein­lich, dass man die dem­nächst vor Ort be­stau­nen kann. Schließ­lich plant „Te­am­chef“ Thiem ei­nen Start der ge­sam­ten Mann­schaft beim Feld­berg­ren­nen En­de Au­gust.

11.5.2017