Vereinsgeschichte

Fritz Weygand, Martin Oberdhan, Hermann Kern (23.5.1928)

23. Mai 1878: Die Versammlung zur „Konstituierung eines Ruder-Vereins“ findet im Nebenzimmer des „Pfälzer Hof“ statt. Teilgenommen haben 11 Personen, nämlich die Herren Weygand, Wirth, Oberdhan, Horn, Reitz, Ullrich, Mallwitz, Jourdan I., Jourdan II., Kern I. und Kern II. Die Anwesenden beschließen die Gründung des „Ruder-Verein Moguntia“ und wählen provisorisch Fritz Weygand zum Präsidenten, J.B. Wirth zum Kassierer und Martin Oberdhan zum Schriftführer. Die Mitgliederliste wird von Fritz Weygand, J.B. Wirth, Martin Oberdhan, G. Mallwitz, Franz Ullrich, Hermann Kern und J.A. Horn, unterzeichnet. Weitere Gründer wurden Theodor Reitz, Jean Deister, Wilhelm Schuch, Karl Heerdt und Joseph Dries.

Erster Vorsitzender wird Fritz Weygand.

Die Vorgeschichte begann Anfang 1878. Fritz Weygand kehrt aus Rotterdam, wo er das Rudern kennengelernt hat, nach Mainz zurück. Zum Dämmerschoppen im Gasthaus „Sonne“ brachte er sein eigenes Bierglas mit dem Aufdruck „Turn- und Ruderverein Rotterdam“ mit. Martin Oberdahn, der Gründungsmitglied des RV „Mannheimer Amicitia“ war und dort erfolgreich gerudert hat, sprach ihn darauf an. Beide beschlossen, einen Ruderverein in Mainz ins Leben zu rufen.

Zuerst wird ein Vierer, ein Eichenholz-Dollenboot, angeschafft. Wer in den MRV aufgenommen werden will muss eine Anleihe zeichnen.

Noch im gleichen Jahr pachtet der MRV von der Stadt Mainz ein Gelände am oberen Ende des Winterhafens, um dort eines Tages ein Bootshaus zu errichten.

Ende des Gründungsjahres hatte der Verein schon 60 Mitglieder.


1879: Das erste Bootshaus wird „gebaut“. Weil das Geld für ein festes Bootshaus auf dem Land nicht reicht, kauft der Verein einen Sandschelch (ein Schiff für den Sandtransport), der zum schwimmenden Bootshaus umgebaut wird.

Julius Joseph Steger wird als Nachfolger von Fritz Weygand zum neuen Vorsitzenden gewählt.

 


1879: Erster Regattasieg in Frankfurt am Main.


29. Mai 1882: Einweihung des zweiten Boothauses. Zwar wird ein „festes“ Bootshaus an Land geplant, für man den Grund und Boden bereits seit 1878 von der Stadi gepachtet hatte. Doch die Militärbehörde verweigert aus militär-strategischen Gründen die Genehmigung. Deshalb muss wieder ein schwimmendes, aber deutlich größeres Bootshaus „gebaut“ werden.

 

 


1886: Gründung einer Eislaufabteilung.

Dr. Adam Joseph Schmitt wird als Nachfolger von Julius Joseph Steger zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1890: Bis dahin hat der MRV bereits 30 Regattaerfolge mit dem englischen Trainer Charles Brightwell errungen. „Achter, Vierer, Einser – alles für die Mainzer!“ ist ein damals oft gebrauchter Spruch, der die Überlegenheit des Vereins zum Ausdruck bringt.


1896: Großherzog Ludwig verleiht dem Verein Korporationsrechte.


8. Juni 1896: Es wird mit dem Bau des ersten festen auf Land befindlichen Bootshauses begonnen. Das erste Bootshaus an Land des MRV wird erbaut vom Kgl. Baurat Rettig. Der erste Spatenstich erfolgt am 8. Juni 1896. Der Kaiser höchstpersönlich hatte die Baugenhemigung erteilt, allerdings  mit der Auflage, es nicht aus Stein zu bauen, sondern aus Holz. Das Gebäude sollte im Kriegsfall innerhalb von drei Tagen abgebaut werden können

Zur Finanzierung wurden Anteilscheine ausgegeben. Innerhalb von acht Tagen wurden 60.000 Mark zusammengetragen.

 


2. Mai 1897: Das erste Bootshaus am Winterhafen wird eingeweiht. Bis dahin residierte der Verein in schwimmenden Bootshäusern im Winterhafen. 

 

 

 

 


1903: Zum silbernen Vereinsjubiläum im Konzerthaus „Liedertafel“ kommen Abordnungen von 50 Rudervereinen aus dem In- und Ausland. Großherzog Ernst Ludwig ist ebenfalls anwesend.

 

 

 

 


1912: Der MRV nimmt zum ersten Mal an den Olympischen Spielen in Stockholm teil. Kurt Hoffmann scheidet im Vorlauf aus. Der Männer m.Stm. mit Josef Falk, Max Minthe, Oscar Cordes, Lorenz Eismayer, Stm: NN wird abgemeldet.


1913: Der MRV wird mit seinem Achter Europameister in Gent und gewinnt in Berlin Grünau den Kaiserpreis. Als der Kronprinzessin die Trophäe beim Überreichen aus der Hand fällt, sagt der Schlagmann Eismayer auf „Määnzerisch“: „Loß doch leie des Dippche, Mädche, ich heb‘ mers schun selber uff!“.

Dr. Anton Joseph Friedmann wird als Nachfolger von Dr. Adam Joseph Schmitt zum neuen Vorsitzenden gewählt.

 

 


1920: Oskar Cordes wird als Nachfolger von Dr. Anton Joseph Friedmann zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1926: Seit dem Herbst 1926 wird, abgesehen von einer Unterbrechung in den Jahren 1973/1974, im Mainzer Ruder-Verein Hockey gespielt. Was zunächst als Ausgleichssport für Rennruderer im Herbst und Winter gedacht war (in den benachbarten Rüsselsheimer und Offenbacher Rudervereinen entstanden in dieser Zeit ebenfalls Hockey-Abteilungen), sollte sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte trotz mancher Schwierigkeiten und Widerstände aus den eigenen Reihen im MRV zu einer festen Größe entwickeln. Es waren insbesondere erfolgreiche Rennruderer der frühen Jahre, die den Hockeysport im MRV vorantrieben. Gespielt wurde zunächst auf dem Sportplatz der Radrennbahn am Gautor. > Mehr lesen


1933: Die Damen-Rudervereinigung schließt sich dem Mainzer Ruder-Verein an.


1936: Heinz Thurn wird als Nachfolger von Oskar Cordes zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1933-1939: Die jüdischen Mitglieder müssen auf Grund politischen Drucks aus dem Verein austreten und hinterlassen eine große Lücke. Die Zahl der unterstützenden Mitglieder sinkt drastig.


27. Februar 1945: Zerstörung des ersten Bootshauses im Zweiten Weltkrieg.

 

 


1946: Der Verein wird 1945 durch eine Anordnung der Besatzungsmächte aufgelöst. Erst am 20. Juli 1946 tritt eine Gründungsversammlung in der Kupferberg-Klause zusammen, die eine neue Satzung verabschiedet und damit dem Verein neues Leben einhaucht. August Bernhards wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Nach den Bestimmungen der Militärregierung musste der Verein 3 Sport anbieten. Außer Rudern ist dies Hockey und Tischtennis. Diee Abteilung Hockey war bereits im Jahr 1926 gegründet worden. Am Anfang war das Hockeyspielen als Ausgleichssport für die Ruderer im Winter gedacht, entwickelte sich aber zu einer eigenständigen Abteilung, die in den 1950-iger Jahren Rheinland-Pfalz-Meister wurde. Als dritte Sportart wurde Tischtennis gewählt. Auch in dieser Sportart hat der MRV nach dem Krieg große Erfolge erzielt, die allerdings nicht im MRV-Archiv dokumentiert sind

August Bernhards wird als Nachfolger von Heinz Thurn zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1949: Heinz Thurn übernimmt erneut das Amt des Vorsitzenden.


1951: Nachdem 20.000 DM gesammelt wurden, erfolgt der Spatenstich für ein neues Bootshaus.

Heinz Müller wird als Nachfolger von Heinz Thurn zum neuen Vorsitzenden gewählt.


13. Juni 1952: Einweihung des nach dem Krieg neu gebauten Bootshauses. In den 1960-igcr bis Anfang 1970-iger Jahren plante die Stadt Mainz eine Stadtkern-Tangente quer durch die Stadt. Ihr sollte ein Teil der Altstadt und auch das MRV-Bootshaus geopfert werden. Die erste große Ölkrise Anfang 1970 führte zur Aufgabe dieser Planung.

 

 


1958: Dr. August Gaßner wird als Nachfolger von Heinz Müller zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1962: Gotthard Müller wird als Nachfolger von Dr. August Gaßner zum neuen Vorsitzenden gewählt.


1966: Volker Minthe wird als Nachfolger von Gotthard Müller zum neuen Vorsitzenden gewählt.


10. September 1989: Der MRV gewinnt zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft mit Martin Steffes-Mies im Achter. Die DDR-Mannschaft landete mit 2 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz.


2002: Jürgen Petry wird als Nachfolger von Volker Minthe zum Vorsitzenden gewählt.


Bootshausgastronomie1. Mai 2011: Einweihung des neuen Bootshauses auf der Nordseite des MRV-eigenen Grundstücks, unmittelbar am Mainzer Winterhafen – und mit Blick auf den Dom.

 

 

 

 


7. März 2014: Martin Steffes-Mies wird als Nachfolger von Jürgen Petry zum Vorsitzenden gewählt.


> Zur Chronik von Axel Lang aus dem Jahre 2003

Ergänzungen, Korrekturen und Fotos zur Vereinsgeschichte bitte an Dr. Wolfgang Litzenburger mailen.